Am Projekt ProMinKa beteiligten sich insgesamt, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten sieben Kindertageseinrichtungen aus dem AWO Unterbezirk Ruhr-Mitte (freiwillig nach offener Einladung) sowie Trägervertreter:innen aus unterschiedlichen Fachbereichen.
Veränderungsprozesse können in jeder Institution, in einzelnen Gruppen oder auch bei Einzelpersonen angebahnt werden. Vor allem Projekte wie ProMinKa bieten einen guten Rahmen für die Auseinandersetzung mit der eigenen Handlungspraxis und deren inklusionsorientierter Weiterentwicklung. Das heißt, dass ein Team, eine Konzeption oder eine gesamte Einrichtung lernen muss, Ungewissheiten auszuhalten (vgl. Platte & Amirpur 2017, S. 32), denn Irritationen, Zweifel und Widerstände sind Teil von Veränderungsprozessen. Zum Anstoß dieser Prozesse, wurde eine Steuergruppe geründet. Die Beteiligten dieser Steuergruppe waren als Multiplikator:innen für das Projekt vorgesehen und bestanden aus je zwei Fachkräften pro Kita sowie Vertreter:innen des Fachbereichs Migration, der Behindertenhilfe und des Kindergartenwerkes des Unterbezirks. Eine der wesentlichen Aufgaben der Steuergruppe war es, an den regelmäßigen Foren, die eine Schnittstelle zwischen den wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen und Praktiker:innen war, teilzunehmen und den weiteren Projektverlauf zu gestalten.
Stimmen aus der Praxis zum Projekt
„Während des Projekts stellten wir im Team fest, dass wir auf ganz eigene Besonderheiten und Barrieren stießen und uns erst mal grundsätzlich mit unseren eigenen Ansprüchen und Ansichten auseinandersetzen mussten. Unsere Erkenntnis: Nicht die Kinder und ihre Familien müssen sich an uns anpassen. Wir müssen in unserer Einrichtung eine Umgebung schaffen, in denen die Kinder sich gut entwickeln können und unabhängig von ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Herkunft wohl fühlen.“ (Kita Pusteblume)
„Wir haben unsere Haltung und Handlungen im Kita Alltag kritisch hinterfragt und gegebenenfalls verändert. Es ist gut, „alte Verhaltensmuster“ kritisch zu hinterfragen und Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.“ (Kita Rose)
„Wir reflektieren regelmäßig unsere pädagogische Grundhaltung und unsere konzeptionellen Ansätze und entwickeln diese so stets weiter. Denn wir stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen; es gibt immer wieder Situationen, die es noch nicht gab.“ (Kita Lilie)
„Für unsere Kita gilt, dass jedes einzelne Kind, unabhängig von jeglichen Zuschreibungen, eine autonome Persönlichkeit mit individuellen Bedürfnissen und Lebensbedingungen ist. Dies ist uns durch das Projekt ProMinKa noch bewusster geworden.“ (Kita Fuchsie)